Steffi entdeckt den schwarzen Kontinent

 
28Mai
2016

Unsere letzte Woche

Die letzte Woche unseres Auslandssemsters ist nun auch so gut wie geschafft. Am Dienstag schrieben wir unsere letzte Klausur. Hätte ich zu Beginn des Semesters gewusst, dass dieses Fach so langweilig wird, hätte ich ein Anderes gewählt. Aber ich habe es ja überstanden. So wie Alles hier.smile Nach der Klausur packte Philipp seine Sachen und zog in ein Hotel auf dem Unigelände. Denn seine restliche Zeit verbringt er mit seiner Cousine, welche wir abends noch mit vom Flughafen abholten. Und dort wurde, nicht zum ersten Mal, vom Heimflug geschwärmt. Naja den Auszug nutzten Michi und ich um uns die letzte Woche ein wenig in Zweisamkeit zu genießen. Außerdem bekam ich somit die Gelegenheit schon die ersten Dinge in den Taschen zu verstauen. Die nachfolgenden Tage waren dann einfach nur noch super entspannt. Wir gingen essen oder Cafe trinken, nutzten nochmal das schöne Wetter um ein wenig Sonne am Pool zu tanken und testeten noch eine neue Mall. Dort fanden wir sogar Marken wie Fossil und Tom Tailor. Heute war das Wetter nicht ganz so gut, also wusch Michi am Vormittag unsere Moskitonetze und ich kochte uns etwas zu essen. Nach einer kleinen Mittagspause fuhren wir dann ins Kino und schauten uns Das Duschungelbuch an. Natürlich in englischwink Wir hoffen das morgen noch einmal gutes Wetter wird und wir noch ein wenig Sonne tanken können. Ansonsten wird nur noch gepackt. Am Montag geht es dann noch für eine Nacht ins Hotel und Dienstag morgen starten wir dann gut erhohlt in Richtung Deutschland. Natürlich mit ganz viel Vorfreude auf Freunde und Familie, sowie Essen und einfach alles was es sonst noch so gibt. Das hat nämlich alles ganz schön gefehlt!

Euch wünsche ich noch ein schönes Restwochenende und ich würde schon mal sagen: Man sieht sich kiss

 

 

28Mai
2016

Unsere Tage sind gezählt

Die letzte Woche unseres Auslandssemsters ist nun auch so gut wie geschafft. Am Dienstag schrieben wir unsere letzte Klausur. Hätte ich zu Beginn des Semesters gewusst, dass dieses Fach so langweilig wird, hätte ich ein Anderes gewählt. Aber ich habe es ja überstanden. So wie Alles hier.smile Nach der Klausur packte Philipp seine Sachen und zog in ein Hotel auf dem Unigelände. Denn seine restliche Zeit verbringt er mit seiner Cousine, welche wir abends noch mit vom Flughafen abholten. Und dort wurde, nicht zum ersten Mal, vom Heimflug geschwärmt. Naja den Auszug nutzten Michi und ich um uns die letzte Woche ein wenig in Zweisamkeit zu genießen. Außerdem bekam ich somit die Gelegenheit schon die ersten Dinge in den Taschen zu verstauen. Die nachfolgenden Tage waren dann einfach nur noch super entspannt. Wir gingen essen oder Cafe trinken, nutzten nochmal das schöne Wetter um ein wenig Sonne am Pool zu tanken und testeten noch eine neue Mall. Dort fanden wir sogar Marken wie Fossil und Tom Tailor. Heute war das Wetter nicht ganz so gut, also wusch Michi am Vormittag unsere Moskitonetze und ich kochte uns etwas zu essen. Nach einer kleinen Mittagspause fuhren wir dann ins Kino und schauten uns Das Duschungelbuch an. Natürlich in englischwink Wir hoffen das morgen noch einmal gutes Wetter wird und wir noch ein wenig Sonne tanken können. Ansonsten wird nur noch gepackt. Am Montag geht es dann noch für eine Nacht ins Hotel und Dienstag morgen starten wir dann gut erhohlt in Richtung Deutschland. Natürlich mit ganz viel Vorfreude auf Freunde und Familie, sowie Essen und einfach alles was es sonst noch so gibt. Das hat nämlich alles ganz schön gefehlt!

Euch wünsche ich noch ein schönes Restwochenende und ich würde schon mal sagen: Man sieht sich kiss

 

 

24Mai
2016

Ein paar wichtige Menschen

Heute möchte ich euch ein paar Menschen vorstellen, die uns hier ans Herz gewachsen sind und mit denen wir Freude und Leid geteilt haben.

 Zunächst seht ihr Anita. Sie kommt aus Nigeria und studiert Biochemie. Sie hat uns nicht nur mit Taschenrechnern für unsere Prüfungen vorsorgt oder uns mit einer Mikrowelle ausgeholfen. Sie war auch immer für ein nettes Gespräch zu haben. Vor ein paar Wochen ist sie 18 Jahre alt geworden. Von uns bekam sie an ihrem Ehrentag selbstgekochten Vanillepudding und ein kleines Ständchen. Das hat sie so gerührt, dass sie Tränen in den Augen hatte.

Hier ist Jerry. Er ist Chinese und studiert "some international buisness stuff". Jerry hat uns immer mit Pfannen und Töpfen versorgt. Leider haben wir erst spät zueinander gefunden, aber mit seiner offenen und herzlichen Art ist er einfach nur ein feiner Kerl.

 

Nun kommt Jennifer. Michi nennt sie die gute Seele des Hostels. Und das ist sie auch wirklich. Sie ist als Reinigungskraft an der Universität angestellt und ich glaube der einzige Mensch mit einer Arbeitsmoral. Die Toiletten können noch so dreckig sein, Jennifer macht sie trotzdem sauber. Sie hat wirklich unseren Respekt verdient, denn so manches Mal wäre es uns schon fast hoch gekommen, wenn wir die Toiletten gesehen haben. Außerdem hat sie immer unsere Wäsche gewaschen (mit Hand versteht sich). Wir haben uns auch dazu entschieden ihr einige bis alle unserer Utensiliene, die wir uns ja zulegen mussten (Topf, Bestseck, Kleiderbügel,zu schenken. Sie hat es unserer Ansicht nach wirklich verdient! (Anmerkung Linse: Beste Frau hier nach Steffi!)

Als nächstes kommt Emily. Sie kommt aus Ohio, studiert Public Health und hat die gleichen Kurse besucht wie wir. Außerdem haben wir ein paar Ausflüge zusammen unternommen. (wieder mal eine Anmerkung von Linse : Emiliy ist die beste Amerikanerin, der Rest war 08/15)

 

 

Es folgt ein Mensch den wir ganz besonders ins Herz geschlossen haben. Unser bester ghanaischer Freund Fredie. Fredie ist schon etwas älter, hat auch schon Frau und Kind und bereits einen Beruf wie wir. Um so toller finden wir es, wie er das alles unter einen Hut bekommt. Denn die ghanaischen Studenten haben hier wirklich harte Studientage. Da sind wir froh, dass wir nur 5 Kurse belegen mussten. Ich weiß gar nicht mehr genau wie wir Fredie kennengelernt haben. Er besucht 2 Kurse mit uns und wir haben uns oft am Pool getroffen. Als wir erfuhren, dass er 30 wird haben wir ihn auf ein Bier und zum Abendbrot in unser Hostel eingeladen. Außerdem haben wir immer Fußball zusammen geschaut,versucht ihm ein wenig deutsche Kultur näher zu bringen und er hat uns beim lernen geholfen. Wirklich ein feiner Kerl,den wir sehr vermissen werden.

 

Auf dem Foto ist eine Schneiderin zu sehen. Sie hat mir ein paar Mal ihren Namen gesagt, aber der ist so kompliziert, dass ich ihn weder aussprechen noch behalten konnten. Asche auf mein Hauptlaughing Diese gute Frau hat uns mit ein paar tollen Kleidungsstücken ausgestattet und dafür gesorgt, dass  wir uns etwas mit dem bolivianischen Stil auseinandersetzen. Und für wenig Geld konnten wir uns so bei ihr tolle Sachen maßschneidern lassen.

 

Von all diesen Menschen mussten mir uns nun schon teilweise verabschieden. Natürlich haben wir Kontaktdaten ausgetauscht. Was daraus wird...wir werden sehen.

16Mai
2016

Jede Menge Erlebnisse

Nachdem die Examen in der letzten Woche alle geschrieben waren, fuhren wir am Samstagmorgen nach Kankum. Das ist ein kleiner Ort ca. 30km von Cape Coast entfernt. Und wer sich noch an den Cape Coast Eintrag erinnert, weiß dass wir 2,5 Stunden bis in die Stadt gebraucht haben. Rechnet man also bis nach Kankum mit ungefähr 3 Stunden. Leider haben wir ganze SIEBEN Stunden gebraucht. Es war schrecklich und ich super genervt.

Wir hatten an dem Tag ganz schön Pech. Normalerweise hätten Wir einen Tro-Tro zum Circle genommen und von da aus zu der Busstation. Philipp meinte aber, dass er einen Weg direkt zur Busstation kennen würde und so folgten wir ihm also. Leider kamen wir dort nicht an. Und der Tro-Tro-Fahrer ließ uns sonst wo raus. Und dann mussten wir auch noch (wieder einmal) zu viel bezahlen. Da standen wir nun also orientierungslos. Bis wir auf Ernesto trafen. Ich weiß gar nicht mehr wer wen angesprochen hat, aber das ist ja auch nicht so wichtig. Ernesto ist Ghanaer und lebte für, ich glaube es waren, 23 Jahre in Deutschland. Nun da seine Rente nicht reichte und er nicht zum Sozialamt gehen wollte, ist er zurück in seine Heimat gekehrt. Allerdings sagt er selbst: Er war Ausländer in Deutschland und ist nun Ausländer in Ghana. Dieser Mann war auf jeden Fall so gut und brachte uns mit seinem Auto zur Busstation. Als ich ihm eine Kleinigkeit geben wollte, lehnte er das strikt ab. Ziemlich selbstlos, wie ich finde. Und dann hieß es warten bis der kleine Van endlich voll war. Ich glaube das stahl uns eine Stunde, Unterwegs dann hatten wir richtig viel Pech mit dem Verkehr. Außerdem waren viele LKW`s auf den Straßen, die es galt zu überholen. Und da kannte unser Fahrer nichts und trat immer fleißig aufs Gas. Einmal hielten Michi und ich es dann nicht mehr aus und schrien ihn an er sei verrückt. Wir hatten uns nämlich schon durch die Frontscheibe fliegen sehen, so knapp war es. Die Einheimischen hingegen lachten beherzigt. Abgedrehtes Volk! Irgendwann gegen 17 Uhr kamen wir dann endlich bei dem Nationalpark in Kankum. Und wir hatten Hunger, Immerhin gab es seit dem Frühstück nichts, Und wieder einmal mussten wir uns mit Reis zufrieden geben. Ich kann es langsam echt nicht mehr sehen. Während wir also auf das Essen warteten, lernten wir 2 Männer aus Gambia kennen. Sofort wurden Nummern ausgetauscht und es wurden natürlich Fotos gemacht. Einige Zeit später holte uns dann unser Ranger Richard ab. Wir übernachteten dieses Mal nämlich in einem Baumhaus. Und zwar ohne Dusche und Toilette. Aber 2 Tage übersteht man das schon. Das Baumhaus erklommen und die Tür aufgeschlossen, begrüßte uns eine Schlange, welche durch Richi gleich mal getötet wurde. Da wurde so lange auf den Kopf gehauen bis das Blut kam und dann wurde sie runtergeschmissen. Den Abend ließen wir mit netten Unterhaltungen und Geschichten ausklingen und gingen früh ins Bett.

Am nächsten Morgen klingelte um 5 schon wieder der Wecker, welcher 3 Mal durch den Snooze-Modus ruhig gestellt wurde. Die Nacht war dezent kalt und die Geräusche der Tiere ließen mich nicht besonders gut schlafen. Aber ich raffte mich hoch. Wir machten nämlich einen kleinen Rundgang durch den Park. Leider sahen wir keine Tiere. Wir hörten sie nur. Dafür lernten wir noch jede Menge. Anschließend gab es ein eher dürftiges Frühstück und dann wartete auch schon der nächste Gang auf uns. Nun ging es in 14m Höhe über Hängebrücken durch den Park. Von dort oben hatte man eine wirklich schöne Sicht. Der Rundgang dauerte ca. 1 Stunde.

Im Anschluss ging es nun mit dem Taxi in Richtung Cape Coast zurück. Doch wir legten noch einen Stopp bei einem Affengehegen ein. Dort lernten wir einen Holländer kennen, welcher schon seit 30 Jahren in Ghana lebt. Und witzig ist, dass er sogar mal 3 Jahre in Schwerin gelebt hat. Ansonsten war mir dieser Mann und seine ganzen Geschichten nicht ganz geheuer. Die Gehege hatte er wohl selbst gebaut. Woher er die Affen hatte, habe ich nicht ganz verstanden. Außerdem gab es dort noch Krokodile, Schildkröten und einiges anderes zu sehen. Ich muss schon sagen, dass die Tiere im Vergleich zum Rest wirklich gut gepflegt aussahen. Zum Glück kam eine Stunde später wieder der Taxifahrer um uns zur Busstation zu bringen. Und dann ging es für uns wieder zurück nach Accra. Denn es liegen ja noch die 2 Examen an für die wir noch fleißig lernen müssen.

 

16Mai
2016

Die ersten Examen sind überstanden

In der letzten Woche habe ich Montag, Mittwoch und Freitag jeweils ein Examen geschrieben.

Das ganze läuft hier so ab: Man darf in den Raum nichts außer seinen Studentenausweis und lose Stifte mit reinnehmen. Seinen Platz bekommt man zugeteilt, indem die Studentennummer mit Kreide auf den Tisch geschrieben steht. Nachdem man also Platz genommen hat, wird einem ein kleines Heft ausgeteilt in dem man die Fragen zu beantworten hat. 10 Minuten vor dem eigentlichen Examensbeginn bekommt man dann die Fragen. Nun hat man Zeit sich alles durchzulesen und schon einmal Notizen zu machen. Und dann wartet man auf das Zeichen, dass  geschrieben werden kann. Während der gesamten Zeit sind 2 Aufseher im Raum vorhanden. Und auch wenn die Ghanaer sagen, dass man nicht schummeln kann, finde ich dass es doch ein Leichtes ist.smile Denn diese Aufseher spielen teilweise mit ihren Handys oder gehen zwischendurch auch mal raus. Ich gebe zu beim dritten Examen habe ich das auch einmal ausgenutzt und mich zu Michi umgedreht um ihn etwas zu fragen. Ansonsten jedoch habe ich immer auf mein Wissen oder Nicht-Wissen zurückgegriffen.

Das erste Examen lief nicht besonders gut. Ich glaube irgendwie auch nicht, dass ich das bestanden habe. Ich habe die erste Frage mit 40 Punkten gesehen und da war schon alles zu spät. Dieses Thema hatte oder auch konnte ich nicht lernen, weil ich die passenden Unterlagen nicht bekam. Ich fragte verschiedene Klassenmitglieder und alle versicherten mir zu helfen und im Endeffekt kam gar nichts. Ich meine gut man sagt ja oft Mut zur Lücke, aber dieses Mal war die Lücke zu groß. Danach kullerten erst einmal die Tränen. Es ist zwar nicht so wild, wenn wir einen Kurs hier nicht bestehen, weil wir in Deutschland die Möglichkeit bekommen eine andere Leistung dafür zu erbringen, aber trotzdem ist der Anspruch hier alles zu schaffen ja schon da. Aber vielleicht habe ich ja doch ein klein wenig Glück und schaffe doch die 50%. Würde mir ja schon reichen.

Die am Mittwoch war dann ganz ok, aber ich war nicht besonders zu frieden. Ich denke jedoch, dass es gereicht hat. Und auch am Freitag hat es definitiv gereicht.

Nun folgen noch 2 Examen und dann ist es geschafft!  

30April
2016

Endspurt!!!

So nun ist es bald geschafft. In 30 Tagen steigen wir in den Flieger und dann heißt es Goodbye Ghana. Dann wird es aber auch wirklich Zeit endlich wieder nach Hause zu kommen. Doch bis dahin wollen wir noch ein bisschen was erkunden.

Diese Woche ist erst einmal die letzte Vorlesungswoche vorbeigegangen. Und das war super entspannt. Denn eigentlich mussten wir nur zu 3 Vorlesungen. Am Donnerstag fielen gleich mal beide Vorlesungen aus und so hatten wir ein schönes langes Wochenende. Da wussten wir wirklich schon nicht mehr was wir mit unserer Freizeit anfangen sollten. Aber das sage ich mal nicht zu laut, denn in Deutschland sieht das wahrscheinlich wieder ganz anders aus. Also wollen wir das Lotterleben mal den einen Monat noch genießen, bevor uns der stressige Alltag wieder einholt. Jetzt haben wir auf jeden Fall noch eine Woche Zeit zum Lernen und dann beginnt die Examensphase.

Am Freitag war Michi so freundlich und machte sich mit mir auf die Suche nach einen H&M. Ich wollte soooo gerne mal wieder shoppen. Und wenn es nur eine Kleinigkeit gewesen wäre. Ich malte mir schon aus wie das ganze aussehen sollte. Und wir träumten von einer schönen Shoppingmall in der es auch leckeres Essen geben sollte. Doch Ghana holte uns wieder auf den Boden der Tatsachen. Obwohl es laut Google Maps einen H&M geben sollte, war an dem besagten Ort so überhaupt NICHTS zu finden. Also war der ganze Weg umsonst und so fuhren wir zurück nach Accra und stiegen bei der altbewerten AccraMall aus. Dort gönnten wir uns dann aus Frust etwas leckeres zu Essen und Michi ging brav einmal mit mir in jeden Laden den es dort gab. Das Problem war nur das die Sachen alle super teuer waren. Röcke und Kleider für 100€, T-Shirts für 40€. Ich meine, Hallo!, wie können die sich das hier bitte alles leisten? Und so ging es mit leeren Taschen später wieder nach Hause.undecided

Heute zogen wir den Sonntagsspaziergang vor und lernten ein wenig. Im Moment mag man sich bei der Hitze hier wirklich kaum aus dem Hostel bewegen. Man ist manchmal schon vom bloßen rumsitzen total erschlagen. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit in Deutschland wieder eine ganz schöne Umstellung. Genauso wie das tragen geschlossener Schuhe. Das fühlte sich beim Paragliding schon nicht ganz so richtig an. Ansonsten gibt es nicht viel Neues. Aber das ist  manchmal ja auch besser, als schlechte Neuigkeiten.wink

 

Habt noch ein schönes Wochenende!kiss

25April
2016

Irgendwann kehrt der Alltag ein

Gestern habe ich ein wenig darüber nachgedacht, was euch wohl noch so interessieren könnte. Und da bin ich auf die Idee gekommen euch einfach mal zu erzählen wie unser Alltag hier so aussieht. Was wir gerne und viel machen und womit wir uns so rumärgern.

Nachdem unsere anfänglichen Schwierigkeiten also überwunden waren, zog auch bei uns irgendwann der Alltag ein. Wie schon öfter erwähnt besuchen wir vorbildlich (fast) jede Vorlesung, bereiten uns auf Zwischenprüfung und nun auch schon auf die Examen vor und machen unsere Hausaufgaben, wenn es welche gibt.  Ansonsten haben wir bei nur 5 Kursen in der Woche jede Menge Freizeit, die es zu füllen gilt. Unser großes Glück liegt darin, dass wir jeden Tag ausschlafen und gemütlich in den Tag starten können. Meist geht es vor den Vorlesungen am Nachmittag dann noch an den Pool zum Sonne tanken und abkühlen. Wenn wir unsere Einkäufe nicht nach den Vorlesungen erledigen wollen, wird der Pool auch mal sausen gelassen und alles am Vormittag erledigt. Häufig werden die Morgende auch dazu genutzt Wäsche abzugeben, oder Unterrichtsmaterialien drucken zu gehen. Dann haben wir uns immer schon mal ein wenig bewegt. J Da aktuell ja noch Champions League läuft, lassen wir es uns nicht nehmen die Spiele abends mit den anderen Studenten zusammen zu gucken. Da ist manchmal ganz schön was los. Da wird gejubelt, gebrüllt und diskutiert. Aber alles natürlich ganz friedlich. Auch wenn das bei dem Temperament manchmal ein wenig schwer fällt. Ich muss auch sagen ich habe noch nie die Männer so viel während eines Spieles quatschen gehört wie hier die „Schwarzen“. Das geht mir ja schon manchmal auf die Nerven. yelllaughing

Ansonsten leben wir hier mit einer Vielzahl anderer Internationals zusammen. Unser Haus besteht 4 Ebenen mit jeweils 4 Gemeinschaftsbädern und 2 Küchen. Und all das gilt es natürlich sauber zu halten. Aber hier gibt es die größten Schweine. Das geht los mit Essenresten, die in der Spüle liegen bleiben, Geschirr das tagelang nicht abgewaschen wird oder Lebensmittel, die im Kühlschrank vergessen werden. Weiter geht es mit den Toiletten, bei denen man manchmal einen Würgereiz bekommt, wenn man mal muss. Die Details erspare ich euch mal lieber. Ich kann euch allerdings sagen ohne Desinfektionsmittel läuft hier nichts. Und die Oberschenkelmuskulatur ist mittlerweile auch gut trainiert, wenn ihr versteht was ich meine wink Die Frauen zum mindestens werden wissen wovon ich spreche. Aber für all diese Probleme gibt es hier unsere Reinigungskräfte. Wobei auch die ihre guten und schlechten Tage haben. Michi hat mittlerweile Zettel gedruckt, auf den steht wie man sich auf Toilette zu verhalten hat und die überall angebracht. Aber so richtig wirkt das noch nicht.

Und dann gibt es da noch die Diebe, welche mittlerweile so weit sind, dass sie nachts versuchen in die Zimmer zu kommen, während andere schlafen. Da werden die Fliegennetze an den Fenstern aufgeschnitten und durch die Fenster wird versucht die Balkontür zu öffnen. Das ist jetzt schon ein paar Mal in der 1. Etage passiert. Mich wundert nur, wie der Stacheldraht am Balkon überwunden wurde. Aber gut, einige schrecken halt vor Nichts zurück.

Weiterhin beschäftigt uns jeden Abend aufs Neue die, was wir essen sollen. Wir können es hier alles langsam nicht mehr sehen. Die Ghanaer sind wirklich solche Nieten wenn es ums Kochen geht. Wie ich mich schon wieder auf Deutschland freue. Mal wieder `nen schönen Auflauf, ein schönes Stück Fleisch, ein Stück Kuchen, einen Latte Macchiato oder `ne kalte Milchschnitte. Oh mein Gott ich höre lieber auf. Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Für uns ist das immer alles so selbstverständlich, aber hier lernt man all das wieder einmal zu schätzen.

Ja, ich kann es nur immer wieder sagen, wir haben schon Glück in Deutschland zu leben!

24April
2016

Cape Coast

Die letzte Woche war ich überwiegend damit beschäftigt zu kränkeln und die Vorlesungen sausen zu lassen. Auch wenn ich mich echt frage, wie ich bei den stets warmen Temperaturen… Aber OK. Mittlerweile ist ja alles wieder gut. Nachdem ich also ein paar Tage nur im Bett lag, wurde ich am Freitag zum Essen eingeladen. Ich sollte ja wieder zu Kräften kommen. (Danke nochmal Michael ;) Anschließend spielten wir ordentlich Romme. Meine liebe Oma hatte nämlich ein Blatt mit dem 2. Paket geschickt. Auch dir nochmal DANKE! Anschließend ging es früh ins Bett.

Am Samstag klingelte der Wecker nämlich schon 6Uhr! Nur mühselig schleppten wir uns aus dem Bett. Und dann die Erkenntnis: Es gibt kein Wasser. Das passiert in letzter Zeit öfter. Genauso wie der Stromausfall. Naja Michi nahm sich also unseren 10L Eimer und holte Wasser aus dem Tank. So duschten wir dann kurz und putzten Zähne und dann ging es auch los in Richtung Okponglu, von wo aus wir immer die Tro-Tros in Richtung Stadt nahmen. Es ging also zur Busstation. Und heute sollte wohl unser Glückstag sein. (was die Fahrzeuge betrifft) Denn dort angekommen, zeigte uns gleich jemand den richtigen Stand. Und da stand es. Das wohl beste Gefährt,  mit dem wir in 4 Monaten Ghana gefahren sind. Ein Minivan mit gepolsterten, bequemen Sitzen, Beinfreiheit und jetzt kommt es KLIMAANLAGE. 2-3 Stunden später kamen wir gut erholt in der Zielstadt Cape Coast an. Wie immer wurden wir sofort von zig Taxifahrern belagert. Und ausgerechnet unser Auserwählter zog uns mächtig übers Ohr. Wir wollten zur Cape Coast Castle, welche von unserem Standort ca. 3 Minuten entfernt gewesen wäre. Er machte daraus 10-15 Minuten und nahm dafür stolze 10€ von uns. UNBELIEVEABLE! Und Michi meinte gleich, er hätte kein gutes Gefühl mit dem Typen. Naja so ging es am Eingang der Burg dann weiter. Hier gab es Preise für Einheimische und Touristen. Philipp meinte gleich er fühle sich diskriminiert. Ich fand es nicht schlimm, denn ich kannte es schon aus Bolivien. Zu unserem Glück startete 5 Minuten später  ein Rundgang. Und so bekamen wir das Leben der Sklaven, welche zu Hunderten in Kerkern der Burg gefangen gehalten wurden, näher gebracht. Es muss schrecklich gewesen sein. Ohne Tageslicht und in ihren eigenen Ausscheidungen vegetierten die Sklaven vor sich hin. Einige sollen natürlich auch versucht haben sich zu wehren und sich mit den Wärtern angelegt haben. Dafür sind sie dann in einen noch kleineren Kerker gekommen, in dem man sie verhungern und verdursten ließ.  Im oberen Trakt der Burg ließen es sich die Briten hingegen gutgehen. Ein Glück leben wir im 21. Jahrhundert. Eine Dreiviertelstunde war unsere kleine Tour dann vorbei und wir das erste Mal an diesem Tag so richtig durchgeschwitzt und hungrig. Also hieß es erst einmal etwas Essen. Anschließend wollten wir uns zu Fuß noch ein wenig die Stadt ansehen. Die hatte jedoch nicht allzu viel zu bieten und so gingen wir an den Strand. Schließlich machten wir uns wieder !zu Fuß! Auf den Rückweg zur Busstation und fuhren Richtung Accra zurück. Dort angekommen musste ich ganz tapfer sein, denn die Jungs wollten mit Mopeds weiterfahren. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Außerdem ist man mit denen so viel schneller unterwegs, weil es für die noch weniger Verkehrsregeln gibt, als es eh schon nicht gibt. Und nachdem ich 2 Mal gefühlt um mein Leben bangte und mir während der Fahrt schon überlegte, wie ich mich bei einem Unfall am besten fallen lassen sollte damit mir ohne Helm nichts passiert, kamen wir schließlich heil an der Mall an. Hier deckten sich die Jungs noch mit ihrem abendlichen Bier ein und dann waren wir gegen 19 Uhr auch endlich wieder im Hostel. Und zu unserem Glück lief das Wasser wieder.

Sonntag waren wir alle so erschlagen, dass es nur für den obligatorischen Gang zum Pool reichte. Wie ich finde aber auch kein schlechter Zeitvertreib smile

Ich hoffe ich hattet auch alle ein gutes Wochenende und wünsche euch einen guten Start in die neue Arbeitswoche wink

11April
2016

International Week

Die gesamte letzter Woche stand unter dem Motto International Week. Die begann bereits an dem Samstag davor. Morgens um 8 Uhr klopfte es bei uns an der Tür und meine „tolle“ Zimmergenossin machte diese natürlich auch auf. Zu meinem Bedauern. Denn wir wurden geweckt um beim Aufräumen des Campus zu helfen. Ich meine ich bin nicht hergekommen um das Land zu putzen, aber da ich jetzt schon mal wach war, konnte ich auch helfen. Meiner Meinung nach brachte die Aktion eh nichts, da es hier nicht so sehr um den Müll ging, der hier zur Genüge verteilt ist, sondern eher um die Beseitigung des Laubes. Nach einer Stunde beschloss ich schließlich auch schon genug geholfen zu haben.

Von Montag bis Mittwoche sollte beim International Programme Office (unsere Anlaufstelle bei Fragen, Nöten, Sorgen, Kritiken) eine Art Ausstellung stattfinden. Täglich ab 9 Uhr. An einem der Tage konnten wir uns durchringen da auch mal vorbei zu schauen. Wir waren zwischen 9.30 und 10 Uhr dort und es tat sich nichts. Donnerstag sollte dann eine Debatte stattfinden. Und da ja eh immer alles später losgeht, kamen wir natürlich auch später als angekündigt. Und was für ein Witz. Als wir 10 Minuten nach der eigentlichen Zeit kamen, war schon alles vorbei. Diese Menschen soll mal einer verstehen. Freitag fand eine Food competition statt. Ich würde mal sagen das Highlight der Woche. Und zur Abwechslung kamen auch mal viele. Wir probierten Gerichte aus Korea, China und …hm hab ich vergessen. Aber es schmeckte alle sehr lecker. Wir Deutschen brachten uns mit Kartoffelsalat und Bouletten ein. Das war auch in null Komma nix leer. Sonntag wurde das Ganze dann mit einem Ausflug beendet. Es ging in ein Beach Resort am Volta River. Die Fahrt dauerte 2 Stunden mit dem Bus. Angekommen machten wir zunächst eine Mittagspause. Im Anschluss ging es bei einer kleinen Bootstour auf den Volta River. Anschließend konnte man sich frei beschäftigen. Es gab 2 Pools, ein Volleyballfeld, Tauziehen, Tischtennis und eine riesige Tanzfläche. Gegen 19 Uhr waren wir schließlich wieder zurück und fielen nach einer ausgiebigen Dusche einfach nur noch ins Bett.

04April
2016

Ausflug in ein ghanaisches Altenheim

Normalerweise kann ich montags immer ausschlafen. Heute jedoch startete ich früh in die neue Woche, denn ich machte mit dem Aged and Elderly-Kurs einen Ausflug zu einem Altenheim. Wie zu erwarten kamen wir verspätet los und es fehlten Kursteilnehmer. Die Dozentin wurde unterwegs eingesammelt. Die Fahrt dauerte zum Glück nur 30-45 Minuten.

Dort angekommen, warteten wir erst einmal im Bus. Uns wurde schon angekündigt, dass man uns mit Skepsis begegnen wird und wir bei der Wahl unserer Fragen sensibel sein sollten. Nachdem wir ausgestiegen waren, stellten wir uns zunächst alle kurz vor und anschließend wurde uns die Einrichtung gezeigt. Die Bewohner saßen bereits im Aufenthaltsraum, welcher anscheinend gleichzeitig als „Eingangshalle“ dient. Natürlich war mir klar, dass ich nicht dem gewohnten deutschen Standard begegnen werde, was ich da sah rührte mich allerdings zu Tränen. Die Bewohner trugen weder Schuhe, noch sah es so aus als hätten sie eigenen Kleidung. Einige der Frauen saßen auch nur in Nachthemden da. Außerdem waren die Rollstühle sehr veraltet und sahen nicht gerade komfortabel aus. Uns wurden die Bewohner kurz vorgestellt und dabei wurden sie alle gefilmt. Das hat mir gar nicht gefallen. Demente Patienten oder Schlaganfallpatienten, die allein nicht mehr reden können, wurden nun wie auf dem Präsentierteller serviert. Auch als es darum ging einen Blick in die Zimmer zu bekommen, konnten die Kommilitonen nicht an sich halten und gafften förmlich in jedes Zimmer. Ich meine ist ja nicht so, dass die alle gleich waren. OK ich kann verstehen, dass solche Einrichtungen interessant sind, gerade weil sie sich in dem Land noch nicht etabliert haben und in Zukunft daran gearbeitet werden sollte, dieses um zu setzen. Naja für sowas fehlt den Ghanaern das Einfühlungsvermögen und der nötige Respekt. Als ich mich zurück hielt, ermunterten sie mich mir auch alles an zu sehen. Ich sagte ihnen jedoch, dass wir in Deutschland viele solcher Häuser hätten und ich das alles kennen würde.

Wir bekamen mitgeteilt, dass es Frauen- und Männerzimmer gibt. Ausnahmen würden nur bei Eheleuten gemacht werden. Im Anschluss an die Besichtigung hatten wir genau eine halbe Stunde um Fragen zu stellen. Die Gründerin des Hauses holte jedoch jedes Mal so weit aus, dass gerade mal 2 Leute die Möglichkeit bekamen ihre Frege los zu werden. Und so erfuhren wir, dass das Haus zum größten Teil mit Unterstützung aus der Schweiz finanziert wird. Monatlich kommen kosten von US$ 2500 auf. Die Bewohner selbst zahlen monatlich 500 Cedi (ca. 114€). Außerdem gibt es keine festen Ärzte, da diese zu teuer sind. Wie die Einrichtung an Medikamente für die Bewohner kommt, erfuhren wir leider nicht. Nur das sie Medikamente bekommen. Während unserer kleinen Fragerunde konnte man immer wieder hören, wie die alten Menschen dazu ermutigt wurden zu singen. Wie sie sonst noch beschäftigt werden, hätte mich auch noch interessiert. Und vor allem welche Rolle der Staat in Bezug auf solche Einrichtungen einnimmt.

Zum Abschied schenkten wir Ihnen einige Kartons mit Wasser. In Namen aller bedankte sich eine Bewohnerin und im Anschluss wurde für die Gabe gebetet.

Mir wurde wieder einmal mehr bewusst, wie gut wir es doch in Deutschland haben und wie viel Glück wir haben in so einem reichen Land geboren zu sein.  Da sollten viele andere Menschen viel öfter mal drüber nachdenken, anstatt sich immer nur zu beschweren.

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.